1999
Das Evangelische Gymnasium Wien, mit damaligem Sitz in der Gudrunstrasse, reagiert auf den dringenden Wunsch zahlreicher Eltern mit der Einrichtung von Kursen für Instrumentalmusik. Daraufhin werden Gitarren-, Violin- und Klavierunterricht angeboten und Dr. Hanns Ch. Stekel wird mit der Konzeption und Organisation der Kurse beauftragt.
2000
Die Instrumentalmusikkurse sind auf Anhieb ein großer Erfolg. Im Rahmen einer Inspektion bestärkt Frau FI Gürtelschmied vom Stadtschulrat für Wien aufkommende Pläne, die Gründung einer Musikschule zu betreiben und sagt Unterstützung zu.
Dr. Stekel beginnt mit der Planung und Konzeption. Auch Superintendent Werner Horn reagiert sehr positiv auf die Idee einer Evangelischen Musikschule.
Am 7. Juni 2000 beschließt der Schulausschuss der Wiener Evangelischen Schulgemeinden die Gründung der „J. A. Comenius Musikschule“.und bestellt Dr. Stekel zum provisorischen, ehrenamtlichen Leiter.
Am 4. September dieses Jahres nimmt die Musikschule ihren Betrieb an den Standorten Evangelisches Gymnasium, Argentinierstrasse und den Volksschulen Nepomukgasse, Karlsplatz und Gumpendorf auf. Es werden von Beginn an alle Instrumente angeboten und der Musikunterricht findet nachmittags in den nicht benötigten Klassenräumen der Schulen statt. Der Festsaal am Karlsplatz und der Musiksaal in der Argentinierstrasse bieten zusätzliche Möglichkeiten für erste Veranstaltungen.
Die Schule startet mit 15 LehrerInnen und 92 SchülerInnen und zu den ersten Anschaffungen zählen ein Schlagzeug, eine Harfe, eine Gambe und ein Saxofon.
Am 9. Dezember findet ein feierliches Eröffnungskonzert in der Evangelischen Kirche Dorotheergasse statt. Das äußerst vielfältige Programm wird von den Lehrkräften gestaltet und erhält großen Zuspruch. Folder und Homepage werden von Prof. Zako Eichinger und Hans Kitzbichler gestaltet.
2001
Am 15.März 2001 genehmigt der Evangelische Oberkirchenrat die Musikschule als Evangelische Schule, verlangt aber eine Namensänderung.
Man einigt sich schnell auf die Bezeichnung „Johann Sebastian Bach Musikschule“. Der Name soll der Evangelischen Tradition wie auch der wenig entwickelten Bach-Tradition in Wien Rechnung tragen. Das von Dr. Stekel ausgearbeitete Statut findet in allen Gremien Zustimmung und wird am 3. Mai beim Stadtschulrat f. Wien eingereicht.
Im Februar finden erste Gespräche zwischen Prof. Klaus Lienbacher und Dr. Stekel über eine Kooperation im Bläserbereich mit dem „Leonard Bernstein Institut“ der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien (MDW) statt. Beim Adventskonzert 2001 wird die neue Kooperation, die die Nachwuchsarbeit im Bläserbereich fördern soll, offiziell vorgestellt.
Bärbel Kretz baut in der Volksschule am Karlsplatz den ersten Kinderchor auf und begründet damit die weiter gepflogene Tradition, in jeder Evangelischen Volksschule einen Kinderchor anzubieten.
2002
Im März erfolgt die Genehmigung des Statuts durch das zuständige Ministerium und die Schulbehörde. Die JSBM erhält als erste Wiener Musikschule das Öffentlichkeitsrecht, vorerst zeitlich befristet. Im November stellt die Evangelische Kirche den Antrag auf Subventionierung der JSBM als konfessionelle Privatschule bei der Schulbehörde.
Die junge Musikschule hat großen Zulauf und strebt an allen Standorten nach Erweiterung. Die Lutherschule in Währing kommt nun als neuer Standort hinzu. Erste Erfolge bei Wettbewerben stellen sich ein: Anna Bader (Harfe) und Johannes Münzner (Akkordeon) sind die ersten PreisträgerInnen der Schule.
Mit einem Violoncello, einem Quartfagott und einem Kinderhorn werden erstmalig Leihinstrumente angeboten, zwei Pianinos ermöglichen nun auch eine breiteren Klavierunterricht..
2003
Die JSBM entwickelt ein umfassendes Kursprogramm für alle Altersstufen. Es werden Kurse für Rhythmik, Improvisationstheater und Mentaltraining angeboten. Auch die Nebenfächer, die für die ordentliche Musikausbildung verpflichtend sind, wie Kammermusik, Chor und Musikkunde, sind ebenfalls in vollem Umfang verfügbar.
Erstmals wird nun auch Musikalische Früherziehung im Evangelischen Kindergarten Ottakring etabliert.
Der Schülerstand ist zwischenzeitlich fast auf das Dreifache angestiegen und die Lehrkräfte und SchülerInnen der JSBM werden immer öfter zur Gestaltung von Feiern, Festen und Empfängen eingeladen.
Prof. Petr Šefl, damaliger Direktor der Joh.-Seb.-Bach-Musikschule in Dobřany/ Tschechien bietet eine Kooperation an und wird so zum ersten Partner der JSBM im Ausland. Verschiedene Projekte, wie Lehrerfortbildung, Schüleraustausch und Bach-Seminare werden geplant.
2004
Solisten, Ensembles, Chöre und Orchester treten verstärkt in Erscheinung.
Bärbel Kretz etabliert umfassende Chorarbeit am Standort Karlsplatz, Helga Marie Knava baut ein Kinderorchester auf, das bereits beim ersten Jahreskonzert der JSBM die Kindersymphonie von Leopold. Mozart spielen kann.
Die schon im Gründungsjahr begonnene Zusammenarbeit mit dem „Leonard Bernstein Institut“ der Universität für. Musik in Wien (MDW) mündet unter der Leitung von Prof. Barbara Gisler in die Entwicklung des Projektes „Special Classes“. Es umfasst intensive Studien-, Wettbewerbs- und Konzertvorbereitung. Damit soll der Nachwuchs im Bläserbereich gefördert werden. In diesem Sinn wird auch die gesamte Begabtenausbildung der JSBM auf allen Instrumenten inhaltlich entsprechend adaptiert und verstärkt.
2005
Die JSBM kann nach 5 Jahren erstmals Bilanz ziehen. Mittlerweile betreut die Musikschule mit 30 Lehrkräften 306 SchülerInnen und hat mit ständiger Raumnot zu kämpfen. Obwohl sich die Zuerkennung der staatlichen Subvention weiterhin verzögert, wird seitens der Evangelischen .Schulgemeinde ein eigener Musikschulstandort im Rahmen der Errichtung des neuen Evangelischen Gymnasiums in Wien Simmering geplant.
Auch die internationalen Kontakte werden ausgebaut: im März erhält die JSBM Besuch aus Japan, im Juni erfolgt der Gegenbesuch durch das Jugendorchester der JSBM in Kooperation mit der Musikschule Wiener Neustadt. Johannes Münzner und Marton Liszka sind die ersten Schüler, die erfolgreich als Solisten auftreten. Im Zuge dieser Reise bestätigen auch Auftritte im Österreich Pavillon der Weltausstellung in Nagoya die hervorragenden Leistungen der SchülerInnen der JSBM.
Waltraud und Dkfm. Peter Weinhofer verstärken das Team der JSBM und unterstützen durch ihre Arbeit im Bereich Organisation und Werbung den Aufschwung der Musikschule.
2006
Nach langen und schwierigen Verhandlungen gelingt endlich der Durchbruch: ein Subventionsvertrag zwischen der Evangelischen Kirche und der Republik Österreich gibt der JSBM eine gesicherte finanzielle Basis. Die Neustrukturierung des Evangelischen Schulwesens in Wien und die Einbindung in die Diakonie geben der JSBM neue Impulse. Dr. Stekel wird zum definitiven Direktor und von Frau Bundesministerin Elisabeth Gehrer zum „Teacher of the year 2006“ ernannt.
Im September bezieht die Musikschule ihren neuen Zentralstandort in Wien Simmering. Erstmals verfügt die JSBM über eigene Räumlichkeiten, die allen Anforderungen einer Musikschule genügen.
Zusätzlich werden Klassenräume von der Stadt Wien in der KMS Schaumburgergasse angemietet und damit auch das Unterrichtsangebot im 4. Bezirk erweitert.
Wolfgang Ender übernimmt von Helga Maria Knava das Kinderorchester und erweitert kontinuierlich das Repertoire. Nicht nur die Musikschule, sondern auch die Schüler sind gewachsen und haben viel dazu gelernt und aus dem „Kinder-„ wird ein „Jugendorchester“.
Die Nachwuchsförderung übernimmt Elke Traxler, die nun von Neuem ein Kinderorchester aufbaut, diesmal aber zusätzlich zu den Streichern auch mit Holz-, und Blechbläsern.
Die Abteilung Popularmusik wächst kontinuierlich und erstmals wird ein eigenes Jahreskonzert der Popularmusik veranstaltet.
Auch alle anderen Standorte erweitern ihre Konzerttätigkeit durch die Veranstaltung von Standort-, Projekt- und Musicalkonzerten.
Landeskantor Mag. Matthias Krampe wird für die Orgelausbildung gewonnen und unterstützt die Pflege der Kirchenmusik.
Durch die Arbeit von Peter Weinhofer bekommt die JSBM ein neues Logo und eine neue Werbelinie.
Zur Vorbereitung auf den jährlichen Wettbewerb der musikalischen Jugend Österreichs „Prima la Musica“ wird der „JSBM Wettbewerb“ ins Leben gerufen. Er bietet jungen MusikerInnen, ihr Können bei einem Wettbewerb im „geschützten Bereich“ der Musikschule zu beweisen.
Das bereits traditionelle Jahreskonzert findet erstmals im ausverkauften Gläsernen Saal des Wiener Musikvereins statt und die JSBM ist stolz darauf, dort ihre diesjährigen PreisträgerInnen bei „Prima la Musica“ zu präsentieren. Auch das Adventkonzert hat großen Zuspruch und wird erstmalig vor „vollem Haus“ vorgetragen.
Die internationalen Kooperationen werden weiter ausgebaut: China, Japan und Uruguay sind die Partner für Austauschkonzerte und Workshops.
2007
Die schnell steigenden Schülerzahlen machen die Suche nach einem neuen Hauptstandort im 4.Bezirk notwendig. Es werden verschiedene Modelle, Lokale und Varianten angedacht, schließlich entscheidet man sich für die Räumlichkeiten in der Schaumburgergasse 1.
Im April kann die JSBM ihren ersten großen internationalen Erfolg verbuchen:
das Jugendorchester unter der Leitung von Wolfgang Ender erzielt beim Europäischen Wettbewerb in Neerpelt/Belgien als Quereinsteiger einen 1.Preis.
SolistInnen und Ensembles erringen Preise bei internationalen Wettbewerben. Die Ensembles in verschiedensten Besetzungen spiegeln den hohen Wert der Kammermusik wieder.
Durch die Einführung von Musik- und Teamteaching Klassen intensiviert die JSBM ihre Arbeit in den Evangelischen Volksschulen. Die Einführung von Trommel- Kursen unter der Leitung von Raymond Walker bereichert das Kursangebot entscheidend.
Weitere wichtige Projekte im Ausland werden begonnen: das Schulprojekt in Kalimpong in Indien und die JSBM in Utsunomiya/Japan.
2008
Das Frühjahr ist geprägt durch umfassende bauliche Adaptionsarbeiten in der Schaumburgergasse, wo sieben Unterrichtsräume, ein Konzertsaal, sowie ein Direktions- und Verwaltungsbereich entstehen.
Bei der feierlichen Eröffnung dieses neuen Hauptstandortes 1 auf der Wieden kann Direktor Dr. Stekel zahlreiche Ehrengäste begrüßen, die ihre Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit an der JSBM Ausdruck verleihen.
Der Standort Simmering erhält eine neue Ausrichtung: er wird überwiegend der Ausbildung für Popular- und Jazz-Musik gewidmet. Dies erfordert auch die Aufnahme neuer entsprechender Lehrkräfte und die Anschaffung passender Instrumente und elektronischer Ausstattung.
Mag. Laura Bradley übernimmt die regelmäßige Redaktion eines Newsletters, der 4-mal jährlich national und einmal jährlich in englischer Sprache für die weltweiten Kooperationspartner erscheint.
Es sind nun 726 SchülerInnen und 47 Lehrer geworden und die MusikerInnen der JSBM werden verstärkt um die musikalische Gestaltung von offiziellen Anlässen jeder Art gebeten. Das Orchester der JSBM sorgt bei der Amtseinführung von Bischof Michael Bünker für Aufsehen, ebenso das Streichquartett beim Reformationsempfang der Evangelischen Kirche.
Im Begabtenbereich wird die Kooperation mit der Universität für Musik (MDW) ausgebaut: die neue Konzertreihe „Treffpunkt Podium“ findet großen Anklang. Zahlreiche junge Talente aus beiden Institutionen und aus dem Ausland nützen diese Möglichkeit des Konzertierens und der Begegnung. Mag. Barbara Schuch übernimmt die Leitung der Begabtenausbildung, viele junge Talente aus den Begabtenklassen von Sonja Korak, Maria Grün u.a. erringen Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben.
Judith Svoboda erringt einen 1. Preis beim internationalen Wettbewerb für jugendliche MusikerInnen in Luxemburg.
Im Rahmen des Schulsonntags wirkt die JSBM an Gottesdiensten in Pfarrgemeinden mit. Elisabeth Planyavsky übernimmt die Koordination und Gestaltung.
Das Symposion „Musik der Reformationszeit“ gemeinsam mit der Evangelisch Theologischen Fakultät Wien schärft den Blick für die Evangelische Tradition und gibt der konzeptionellen Arbeit an der Musikschule neue Impulse.
Das alljährliche Adventkonzert findet in der Lutherischen Stadtkirche, Dorotheergasse seine feste Heimstätte.
In Kooperation mit der Diakonie Auslandshilfe wird ein Sommercamp mit Jugendlichen aus Israel und Palästina in Wien organisiert. Dieses Projekt findet weithin Beachtung. In den Medien wird ausführlich darüber berichtet.
2009
Mit der Auslastung aller vorgeschriebenen Ausbildungsjahrgänge erhält die JSBM das Öffentlichkeitsrecht auf Dauer.
Beim alljährlichen Landeswettbewerb „Prima la Musica“ wird die JSBM mit neun 1.Preisen und insgesamt 18 Preisträgern die erfolgreichste Wiener Musikschule.
Abgerundet wird dieses außerordentliche Ergebnis durch weitere 8 Preisträger beim Bundeswettbewerb und einem 1. Preis für Veronika Blachuta beim internationalen Flötenwettbewerb in Polen.
Auch die Nachwuchsarbeit gemeinsam mit der Universität für Musik (MDW) wird intensiviert: Es erfolgt eine erfolgreiche Japan Tournee mit dem gegründete Jugend-Orchester „Junge Wiener Solisten“. Zahlreiche Mitglieder des Lehrkörpers lehren neben ihrer Tätigkeit an der JSBM auch an der MDW.
Durch die Initiative von Mag.Christina Grill wird „Die Konzertreihe“ ins Leben gerufen. In 4-6 Konzerten pro Jahr haben Lehrkräfte die Möglichkeit, Ihr Können solistisch und in bewährten Formationen zu präsentieren. Der 4. Bezirk unter der Führung von Frau BV Susanne Reichard unterstützt dieses neue Projekt großzügig.
Der „Verein der Freunde der JSBM“ wird gegründet, wird zum Träger dieser Konzertreihe und soll die Muisikschule bei ihren vielfältigen Aktivitäten unterstützen.
Johannes Münzner (Akkordeon), seit 2003 Schüler an der JSBM wird der erste Absolvent und legt erfolgreich seine Abschlussprüfung ab.
2010
Die JSBM beginnt ihr Jubiläums-Jahr mit einem neuen Rekord: 1266 Schülerinnen lernen ein Instrument und/oder besuchen einen Kurs. Sie werden von insgesamt 66 LehrerInnen unterrichtet. Es stehen 26 Blas- und 46 Streichinstrumente in allen Größen für die Schüler zur Verfügung. Zusätzlich wird der Nachbau eines Original-Cembalos von Johann Sebastian Bach in Auftrag gegeben.
Auf Anregung von Bischof Michael Bünker wird die Konzertreihre „KREUZKLANG“ ins Leben gerufen und hat am Karfreitag mit der Aufführung des Werkes „7 Worte“ von Sofia Gubaidulina. Premiere. Es spielen die Jungen Wiener Solisten unter der Leitung von Dir. Stekel.
Die Projekte und Initiativen der JSBM erfahren internationale Beachtung. Im Rahmen des Weltkongresses der ISME (International Society of Musical Education) im Juli in Peking wird das Projekt JSBM Utsunomiya/Japan präsentiert werden. Auch für ein weltweit geplantes UNO Projekt hat die Arbeit der JSBM Beachtung gefunden.